Argumente für die Abschaffung

Aus humanitären Gründen

Die Abschaffung von Atomwaffen ist eine dringende humanitäre Notwendigkeit. Jeder einzelne Einsatz einer Nuklearwaffe würde katastrophale Auswirkungen haben. Effektive humanitäre Hilfe wäre nicht möglich und die Folgen radioaktiver Strahlung für die Menschen würden auch Jahre nach der eigentlichen Explosion für Leid und Todesfälle sorgen. Die Vernichtung von Nuklearwaffen – durch einen umfassenden Vertrag – ist die einzige Garantie, dass sie nicht eingesetzt werden.

Selbst wenn Nuklearwaffen nie wieder zur Explosion gebracht würden, haben allein die Produktion, Tests und Lagerung von Nuklearwaffen untragbare Auswirkungen, die bereits jetzt für viele Menschen weltweit eine persönliche Katastrophe und eine Katastrophe für die Gesellschaft insgesamt darstellen. Auch dieses humanitäre Leid muss zu verstärkten Bemühungen eines Verbotes von Nuklearwaffen führen.

Auswirkungen und Konsequenzen

„Atomwaffen sind einzigartig in ihrer Zerstörungskraft, im entsetzlichen menschlichen Leid, das sie verursachen, in der Unmöglichkeit, ihre Auswirkungen in Raum und Zeit zu steuern, und in der Gefahr, die sie für die Umwelt, zukünftige Generationen und selbst für das Überleben der Menschheit darstellen.“ Internationales Komitee vom Roten Kreuz, 2010

 

Aus Gründen der Sicherheit

Nuklearwaffen stellen eine direkte und ständige Gefahr für alle Menschen dar. Sie sind keineswegs ein Garant für Frieden, im Gegenteil: sie erzeugen Angst und Misstrauen zwischen Ländern. Diese ultimativen Mittel des Terrors und der Massenvernichtung haben keinen legitimen militärischen oder strategischen Nutzen, sie sind in keiner Weise hilfreich gegen aktuelle reale Bedrohungen unserer Sicherheit, etwa Terrorismus, Klimawandel, extreme Armut, Überbevölkerung und Krankheiten.

Während seit Ende des Kalten Krieges mehr als 40.000 Atomwaffen abgerüstet wurden, blieben die Argumente für ihre Beibehaltung großteils dieselben. Staaten halten immer noch an der irrigen Vorstellung von „nuklearer Abschreckung“ fest, wobei doch feststeht, dass Nuklearwaffen einzig für nationale und globale Unsicherheit sorgen. Dutzende Fälle sind belegt, in denen es beinahe zu einem Einsatz von Nuklearwaffen kam – aufgrund von Fehleinschätzungen oder anderen Zwischenfällen.

Mythos Realität
Es ist in Ordnung, wenn einige Staaten Nuklearwaffen besitzen. In Bezug auf Nuklearwaffen gibt es keine sichere Seite. So lange ein Staat solche Waffen hat, werden andere danach streben, sie ebenfalls zu besitzen – und das ist gefährlich für die ganze Welt.
Es ist unwahrscheinlich, dass Nuklearwaffen jemals wieder eingesetzt werden. Wenn Nuklearwaffen nicht vernichtet werden, werden sie mit ziemlicher Sicherheit wieder eingesetzt werden, entweder absichtlich oder unabsichtlich, und die Folgen werden katastrophal sein.
Nuklearwaffen sind ein sinnvolles Mittel zur Abwendung eines Angriffes. Nuklearwaffen schrecken Terrorist*innen nicht ab. Staaten, die Nuklearwaffen besitzen, sind in Wirklichkeit eher gefährdet, einem Präventivschlag oder Terroranschlag ausgesetzt zu sein als solche ohne Nuklearwaffen.
Nuklearwaffen können rechtmäßig in einem Krieg eingesetzt werden. Jede Verwendung von Waffen verletzt das humanitäre Völkerrecht, da durch diese wahllos Zivilist*innen getötet werden und sie dauerhafte Umweltschäden verursachen.

 

Aus Gründen der Umwelt

Nuklearwaffen sind die einzigen Geräte, die je geschaffen wurden, die sämtliche komplexen Lebensformen der Erde zerstören können. Der Einsatz von nur 0,1 Prozent der Sprengkraft aller derzeit existierend Nuklearwaffen würde einen verheerenden Zusammenbruch der Landwirtschaft und eine katastrophale Hungersnot zur Folge haben. Der Rauch und Staub von weniger als hundert nuklearer Explosionen der Größe der Hiroshima-Explosion würde weltweit einen abrupten Abfall der Temperatur und Niederschlagsmenge mit sich bringen.

Klimatische Auswirkungen

„Der Klimawandel ist das Thema, das in der internationalen Politik in den letzten zehn Jahren vermutlich die meiste Aufmerksamkeit bekommen hat, aber das Problem der Atomwaffen ist mindestens genauso schwerwiegend – und aufgrund der möglichen Auswirkungen viel dringlicher.“  Internationale Kommission für nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung, 2009

 

Aus wirtschaftlichen Gründen

Nuklearwaffenprogramme nehmen einen riesigen Anteil der öffentlichen Ausgaben in Anspruch, die für das Gesundheitssystem, für Bildung, Katastrophenhilfe und andere wichtige Aufgaben benötigt werden. Die neun Atommächte geben jedes Jahr mehr als 105 Milliarden US-Dollar aus, um ihre Nuklearwaffenarsenale instand zu halten und zu modernisieren. Allein die USA geben jährlich mehr als 60 Milliarden US-Dollar aus, und der Plan Großbritanniens, seine in die Jahre gekommenen Flotte an Trident-Atom-U-Booten zu erneuern, würde den Steuerzahler/innen über 100 Milliarden Pfund kosten.

Trotz Absichtserklärungen von Staaten, eine nuklearwaffenfreie Welt anzustreben, investieren die Atommächte weiterhin enorme Summen in ihre Atomstreitkräfte. Im Gegensatz dazu fällt die Finanzierung nationaler Abrüstungsbemühungen geradezu mickrig aus. Das UN-Organ zur Abschaffung von Nuklearwaffen beispielsweise hat ein Jahresbudget von gerade einmal zehn Millionen US-Dollar. Es wird Zeit, dass Geld endlich für die Bedürfnisse der Menschen ausgegeben wird.

Kosten und Ausgaben