Nuklearwaffenarsenale

Neun Staaten besitzen insgesamt mehr als 17.000 Atomwaffen. Die USA und Russland halten etwa 2000 Atomwaffen in höchster Alarmbereitschaft – das heißt, diese sind binnen weniger Minuten einsatzbereit. Die meisten dieser Waffen haben eine viel größere Sprengkraft als die Atombomben, die 1945 über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Ein einziger nuklearer Sprengkopf kann, würde er in einer großen Stadt detonieren, Millionen Menschen töten. Die Auswirkungen davon wären noch über Generationen spürbar.

Weil die Atommächte bei der Abrüstung versagen, steigt das Risiko, dass weitere Länder Nuklearwaffen besitzen wollen. Einzig die sofortige Abschaffung von Nuklearwaffen kann deren Weiterverbreitung und Verwendung zuverlässig verhindern. Die Politiker*innen einiger Nuklearwaffenstaaten haben zwar die Vision einer nuklearwaffenfreien Welt angesprochen, sie setzen allerdings keine konkreten Schritte zur Abschaffung der Waffenarsenale. Im Gegenteil: Sie bringen ihre Arsenale gar auf den neuesten Stand.

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STAAT NUKLEARWAFFENPROGRAMM ARSENAL
USA Haben als erstes Land dieser Welt Atomwaffen entwickelt und sie als einziges in einem Krieg zum Einsatz gebracht. Geben für ihr Atomwaffenarsenal mehr Geld aus als alle anderen Staaten zusammen.  7700 Sprengköpfe
Russland Entwickelte als zweites Land der Welt Nuklearwaffen. Besitzt das größte Arsenal weltweit und investiert kräftig in die Modernisierung der Sprengköpfe und Trägersysteme.  8500 Sprengköpfe
Vereinigtes Königreich Unterhält eine Flotte von vier Atom-U-Booten in Schottland, von denen jedes mit 16 Trident-Raketen bestückt ist. Debattiert, ob es seine Atomstreitkräfte modernisieren soll oder abrüsten.  225 Sprengköpfe
Frankreich Der Großteil seiner Nuklearsprengköpfe befindet sich auf U-Booten, die mit M45- und M51-Raketen bestückt sind. Ein U-Boot ist stets auf Patrouille. Einige Sprengköpfe sind auch für den Einsatz mit Flugzeugen vorgesehen.  300 Sprengköpfe
China Hat ein kleineres Arsenal als die USA und Russland. Die Sprengköpfe sind für den Einsatz zu Luft, Land und Wasser geeignet. Es scheint, als ob es sein Arsenal nicht vergrößern würde.  250 Sprengköpfe
Indien Mit der Entwicklung seiner Atomwaffen verstieß Indien gegen seine Verpflichtungen zur Nichtverbreitung. Vergrößert kontinuierlich sein Nuklearwaffenarsenal und verbessert die Trägersysteme stetig.  90–110 Sprengköpfe
Pakistan Optimiert sein Nuklearwaffenarsenal und die damit zusammenhängende Infrastruktur maßgeblich. Hat sein Arsenal in den vergangenen Jahren erheblich vergrößert.  100–120 Sprengköpfe
Israel Betreibt eine Politik der Ambiguität in Zusammenhang mit seinem Nuklearwaffenarsenal, indem es die Existenz eines solchen weder bestätigt noch bestreitet. Daher gibt es darüber kaum Informationen oder Diskussionen.  80 Sprengköpfe
Nordkorea Betreibt ein Atomwaffenprogramm, das in den Kinderschuhen steckt. Sein Arsenal besteht vermutlich aus weniger als zehn Sprengköpfen. Es ist nicht klar, ob diese einsatzbereit sind. <10 Sprengköpfe
Insgesamt 17.300 Sprengköpfe

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Quelle: Federation of American Scientists 2013

 

Umfassende Problematik

Aufgrund eines NATO-Abkommens zur nuklearen Teilhabe befinden sich in fünf europäischen Staaten US-amerikanische Atomwaffen. Darüber hinaus vertrauen 23 weitere Staaten auf den Schutz durch US-amerikanische Nuklearwaffen. Abgesehen davon besitzen etwa 40 Staaten, die Atomenergie oder Forschungsreaktoren haben, die Fähigkeit, diese stattdessen zur Waffenherstellung einzusetzen. Die Verbreitung von nuklearem Know-how vergrößert das Risiko, dass weitere Staaten eine Atombombe entwickeln.

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Staaten im Besitz von Nuklearwaffen USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea
Staaten, auf deren Staatsgebiet sich Nuklearwaffen befinden Belgien, Deutschland, Italien, Niederlande, Türkei
Staaten in nuklearer Allianz Albanien, Australien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Griechenland, Island, Japan, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Südkorea, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn

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