Grausame Waffen

Staaten müssen ihre Anstrengungen, Nuklearwaffen zu verbieten und abzuschaffen, intensivieren, um eine humanitäre Katastrophe von beispiellosem Ausmaß abzuwenden.

Humanitäres Völkerrecht und menschliche Sicherheit

Nuklearwaffen können nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen oder zwischen Kämpfenden und Unbeteiligten unterscheiden. Der Großteil der Opfer eines Atomschlages wären unweigerlich Zivilist*innen. Sobald die explosive Energie einer nuklearen Kettenreaktion einmal freigesetzt ist, kann sie nicht mehr kontrolliert werden. Menschen in angrenzenden und auch in weiter entfernten Ländern, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben, würden ebenfalls die Auswirkungen des radioaktiven Niederschlags erleiden, selbst wenn sie sich in sicherer Entfernung vom Explosionsherd und der Hitzewelle im Epizentrum befänden. Diese unverhältnismäßige und willkürliche Zerstörungskraft verletzt eindeutig das internationale Völkerrecht.

Das unrühmliche Extrem der Auswirkungen bewaffneter Gewalt auf Gesundheit und Sicherheit bilden die katastrophalen gesundheitlichen und ökologischen Folgen eines Atomkrieges. Das Ziel einer Ächtung und eines Verbot von Nuklearwaffen ist Teil des Strebens nach umfassender menschlicher Sicherheit, die auf der Achtung der Grundrechte, darunter das Recht auf Bildung, Gesundheitsversorgung, angemessene Arbeit und saubere Umwelt, beruht.

Ein universales Verbot

Der seit 2010 von Politik und Zivilgesellschaft verstärkt geführte Diskurs über den Schaden, den Nuklearwaffen Mensch und Umwelt zufügen, verdeutlicht die Notwendigkeit, gemeinsam für eine Abschaffung und Vernichtung dieser Waffen einzutreten. Die vernichtenden Auswirkungen dieser Waffen auf Hiroshima und Nagasaki sowie die Folgen von Nuklearwaffentests sind hinreichend nachgewiesen. All das sind schwerwiegenden Gründe für einen Verbotsvertrag.

Die effektiveste, rascheste und einfachste Möglichkeit, die Abschaffung von Nuklearwaffen zu erreichen und aufrechtzuerhalten, wäre ein umfassender, irreversibler, verpflichtender und verifizierbarer Vertrag – eine Nuklearwaffenkonvention. Damit wären alle wichtigen Aspekte der nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung abgedeckt. Verhandlungen darüber sollten unverzüglich beginnen und in redlicher Absicht geführt werden – so lange, bis eine erfolgreiche Einigung erzielt wurde. Ein solches Vorgehen wird von der Mehrheit der Bevölkerung und der Regierungen auf der ganzen Welt unterstützt.

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