ICAN Austria lädt zum Pressegespräch ein: Nuklearwaffen – ein Bombengeschäft

ERSTE Bank investiert in Massenvernichtungswaffen

Pressegespräch für weitere Hintergrundinformationen und O-Töne
Datum: 13.11.2014, 11.00 Uhr

Ort: Café Amacord, Rechte Wienzeile 15, 1040 Wien

Wien (10.11.2014) – SPERRFRIST 13.11.2014 11:00

ICAN Austria fordert die einzige österreichische Bank mit Investitionen in Nuklearwaffen, die Erste Bank, auf, diese Unterstützung von Massenvernichtungswaffen umgehend zu unterbinden. Die kürzlich veröffentlichte Studie „Don’t Bank on the Bomb“ von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen (ICAN) und der niederländischen Organisation PAX überprüfte über 441 Finanzdienstleister bezüglich Investitionen in Hersteller von Nuklearwaffen. Die Erste Bank ist darin mit Krediten über 76 Millionen US Dollar gelistet. Weltweit stellten Finanzinstitutionen 402 Milliarden US Dollar für die Entwicklung, Instandhaltung und Modernisierung zur Verfügung.

„Keine Bank, kein Pensionsfonds oder Versicherungsunternehmen sollte finanzielle Beziehungen zu Unternehmen unterhalten, die an der Herstellung von Massenvernichtungswaffen beteiligt sind“, fordert Susi Snyder von der niederländischen Nicht-Regierungsorganisation PAX und Ko-Autorin der Studie.

Im Hinblick auf die am 8. und 9. Dezember 2014 in Wien stattfindende Staatenkonferenz zu den „humanitären Auswirkungen von Kernwaffen“ und dem Entschliessungsantrag zur nuklearen Abrüstung, der im Juli 2014 einstimmig im österreichischen Parlament verabschiedet worden ist, ist dies ein unhaltbarer Zustand in Österreich. Österreich hat eine der progressivsten Positionen gegenüber Nuklearwaffen weltweit.

„Das Bundesverfassungsgesetz über ein atomfreies Österreich, ein einzigartiger, einstimmiger Parlamentsbeschluss und die Verbotsforderung durch Bundespräsident Heinz Fischer vor der UNO im Jahre 2013 sollten für österreichische Finanzinstitute Anlass genug sein, sich von der Investition in Nuklearwaffen und deren Technik zu verabschieden.“ erklärt Nadja Schmidt, Direktorin von ICAN Austria.

„Nuklearwaffen sollten stigmatisiert, verboten und vernichtet werden, bevor sie uns auslöschen.“

forderte Bundespräsident Heinz Fischer vor der UNO (2013).

Laut der Studie hat bislang kein österreichisches Institut Richtlinien bezüglich Investitionen in Nuklearwaffen und deren Produzenten. Obwohl das Thema in den letzten Jahren deutlich an Relevanz gewonnen hat, wird es von österreichischen Finanzinstituten nachrangig hinter Streumunition oder Landminen behandelt.

„Der einzige Weg die humanitären Konsequenzen von Nuklearwaffen zu vermeiden ist sie zu ächten und abzuschaffen. Diese grausamen und willkürlichen Waffen zu stigmatisieren und deren Finanzierung zu unterbinden, ist ein erster Schritt,“ erläutert Susi Snyder.

 

Weiterführende Informationen:

Das österreichische Außenministerium veranstaltet am 8. und 9. Dezember 2014 die dritte internationale Staatenkonferenz zu den humanitären Konsequenzen von Kernwaffen. Zu dieser aktuellen Initiative im Bereich der nuklearen Abrüstung sind alle Staaten sowie Vertreter von Zivilgesellschaft und Wissenschaft eingeladen. Mit der Konferenz hofft Österreich, das weltweite Abrüstungs- und Nichtverbreitungregime zu stärken und einen Beitrag zum wachsenden Momentum um den humanitären Ansatz in den globalen Diskursen, welche sich mit Nuklearwaffen und -abrüstung beschäftigen, zu leisten.

Das ICAN Civil Society Forum zum Thema „The courage to ban nuclear weapons“ ist eine Konferenz von und für die weltweite Zivilgesellschaft, Wissenschaftler*innen und Expert*innen, um über die humanitären Konsequenzen von Nuklearwaffen zu diskutieren und den notwendigen zivilgesellschaftlichen Druck für ein Verbot von Nuklearwaffen zu erzielen. Die Veranstaltung findet von 6. bis 7. Dezember 2014 in der Aula der Wissenschaften in Wien statt.

ICAN Austria ist der österreichische Zweig der weltweit aktiven Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen. Mit Unterstützung von der Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen setzen wir uns für einen Vertrag ein, der Nuklearwaffen endgültig verbietet. Dafür arbeiten wir in einer Koalition mit einem breiten Spektrum an humanitären, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen zusammen. Derzeit sind über 360 Partnerorganisationen in 93 Ländern der Welt für unsere Kampagne aktiv. ICAN ist davon überzeugt, dass die Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention auf der Agenda der internationalen Gemeinschaft an erster Stelle stehen sollten. Mit weltweiter Zusammenarbeit können wir den dringend nötigen Wandel anstoßen!

Webseite: www.icanaustria.at

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